Hampi

Freitag Abend gings mit dem Nachtzug ins ca. 450km entfernte Hampi.
Mit an Bord: Eric und Iliana, meine beiden Mitbewohner sowie drei bulgarische Freunde von Iliana: Milena, Nora und Danail.
Die Plätze waren schnell gefunden, stehen an dem mehrere hundert Meter lange Zug ja die Klassen am Wagen und neben jeder Tür hängt eine Liste mit Namen.

Die drei Baccardi Cola beim gemeinsamen Abendessen (klassisch: Spaghetti mit Tomatensoße) taten alsbald ihre Wirkung und jeder entschwand auf seine Liege, bis wir morgens vom Personal an der Haltestelle Hospet geweckt wurden.

Eric hatte zuvor das Guesthouse in Hampi reserviert und mit der Inhaberin Padma ausgemacht, dass sie uns eine Rikshaw zum Bahnhof schickt.
Vor dem Bahnhofsgebäude merkte man deutlich, dass wir außerhalb der Saison unterwegs waren. Sämtliche Rikshawfahrer umschwärmten uns wie Motten das Licht. Jeder von Ihnen wittertete ein Geschäft.

Auf der Fahrt mit Rangu (der in gewohnter indischer Manier Schlaglöcher und Speedbumps mehr oder weniger auswich) nach Hampi konnte man schon Teile des 26 km2 großen Areals erahnen. Die Landschaft ist unglaublich. Jahrtausende von Jahren haben ihre Spuren hinterlassen. Die Natur hat langsam aber stetig die Landschaft erodiert, sodass diese nun aus unzähligen Gesteinsbrocken besteht. Unweit von Hampi mäandert ein Flüsschen durch die Gegend, das in der Regenzeit zu einem gewaltigen Strom wird und Reisterrassen mit Wasser versorgt.

Wir machten uns zuerst einmal frisch um dann bei Temperaturen jenseits der 40 Grad die Gegend zu erkunden. Am Fluss mieteten wir ein “Schildkrötenboot” und ließen uns zum Hanuman-Tempel bringen. Dieser ruht auf einem 140m hohen Hügel, der durch 600 Stufen zu erreichen ist. Zuerst mussten wir uns aber erst einmal den Weg vom Fluss zum Tempel über Reisfelder bahnen. Die Aussicht von oben war danach jede Anstrengung wert. Auf dem Weg hinunter verteidigten wir mutig unsere Habseligkeiten gegen freche Affenbanden und genossen danach unten angekommen den kühlen Saft von frischen Kokosnüssen.

Abends hatten wir dann einen Guide angeheuert, der uns ein zwei Stunden lang die größeren Teile der alten Herrscherstadt zeigte. Extra für uns wurde einer der Tempel nach Sonnenuntergang (natürlich gegen Bakshish) beleuchtet.

Als krönenden Abschluss des Tages gingen wir dann zum “Mango Tree”. Ein gemütliches Restaurant mit wunderbarem Ausblick, das unter einem großen Mangobaum angesiedelt ist. Dort genossen wir frische Mango-Lassis und fabelhaftes indisches Essen.

Während die anderen am nächsten Morgen früh aufstanden um den Sonnenaufgang zu erleben waren Eric und mir die Opportunitätskosten dafür zu hoch. Ausschlafen war uns einfach mehr wert!

Nach einem spanischen Frühstück in einer italienischen “Bäckerei” mieteten wir drei Mofas zur weiteren Erkundung. Zuerst aber mussten wir zu einer 3km entfernten Tankstelle. Der Fahrtwind war angenehm, verschaffte er doch zumindest kurzfristig Kühlung und lies die Temperaturen vergessen. Bei der Tankstelle angekommen passierte Eric ein Malheur. Der Boden war sandig und das Mofa rutschte kurz vor dem Halten weg. Nach anfänglich Schock schienen weder er noch Milena (die hinten drauf saß) verletzt. Es stellte sich aber heraus, dass Eric einen tiefen Schnitt am Bein davon getragen hatte. Ein freundlicher Inder bot sich an, Eric mit der gemieteten Maschine nach Hospet zum Arzt zu fahren. Wir beluden ein Mofa mit drei Personen (kein Problem, schließlich schaffen Inder das auch mit fünf…) und erkundeten derweil Tempel um Tempel. Eric musste derweil von Pontius zu Pilatus bis ihm jemand die Wunde nähte. Die Hygiene dabei war zumeist indisch aber wenigstens gab es Antibiotika. (hier in Bangalore hat das Krankenhaus noch mal drüber geschaut - es scheint keine Komplikationen zu geben). Abends trafen wir uns dann erneut zum gemütlichen Ausklang im Mango Tree bevor wir die Mofas abgaben, noch eine Dusche nahmen und mit dem Nachtzug zurück nach Bangalore fuhren.
Morgens um 6:30 Uhr am Bahnhof angekommen reichte es sogar noch für ein 15-minütiges Nickerchen bevor der Arbeitsalltag wieder begann.

Alles in allem hat mir Hampi von meinen Reisen bisher am Besten gefallen. Die Landschaft war einfach unglaublich. Gerne würde ich die Gegend auch einmal während oder unmittelbar nach der Regenzeit sehen. Für meinen Bruder wäre es sicherlich auch eine Reise wert, ist Hampi doch aufgrund der vielen Felsen auch als indisches Boulderparadies bekannt.

Der heiße Norden

Der 1. Mai war hier glücklicherweise auch ein Feiertag. Und so ein verlängertes Wochenende bietet sich ja ideal für eine Reise an.
Ohne Pauken und Trompeten, aber mit einer großen Erwartungshaltung fuhr ich mit Daniel an den Flughafen. Er ist aus der Slowakei, arbeitet seit Januar hier und bleibt für 3 Jahre.
Mit dem Flugzeug ging’s dann ab in den Norden, der Sonne entgegen. (Ok, schlechte Anspielung auf den Hit von Seeed…)
Wir hatten einen Zwischenstopp in Mumbai und es war schon befremdlich vom Flugzeug die riesigen Slums zu sehen, teilweise auch von ein paar modernen Gebäuden unterbrochen. In Jaipur angekommen schlug uns dann die 48 Grad heiße Luft entgegen und nahm den Atem. Wir organisierten uns ein Taxi für 2,5 Tage und stärkten uns noch bevor dann die 5-stündige Fahrt ins 240km entfernte Agra begann.
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 5 Uhr. Wir wollten ja schließlich um 6 Uhr am Taj Mahal sein um zum einen dem großen Touristenansturm und zum anderen der Hitze ein Schnippchen zu schlagen. Das Taj Mahal ist ein unglaublich schönes Gebäude, dessen einziger Zweck urprünglich die letzte Ruhestätte der Hauptfrau eines Großmoguls war. Viele indische Frischvermählte kommen auch hierher um ihre Ehe zu segnen.
Des weiteren gibt’s in Agra noch das Red Fort (hat nichts mit dem Schauspieler zu tun…), welches wir natürlich auch besichtigt haben. Ansonsten ist Agra für mich die bisher hässlichste Stadt, die ich hier gesehen habe. Mehr als eine Nacht sollte man da nicht bleiben. Als die Sonne ihren Zenit erreichte und wieder ohne Erbarmen brannte waren wir froh, wieder ein paar Stunden im klimatisierten Taxi zurück nach Jaipur zu verbringen. Auf der Fahrt zu unserem Hotel sahen wir den Wind Palace an und wurden erstmal nen halbe Stunde von der Polizei ohne Grund (es werden wohl manche Autos beschlagnahmt weil dort bald Wahlen sind) angehalten und dann genauso wunderlich einfach wieder fahren gelassen.

Am nächsten Morgen ging’s dann auf dem Rücken eines Elefanten hoch zum Amber Fort in Jaipur. Ein wahrlich beeindruckende Festungsanlage. Dort traf ich auf eine deutsche Touristengruppe und unterhielt mich mit einem Ehepaar aus Wiesbaden. Natürlich kamen wir auch auf die Bundesliga zu sprechen, hatte ich doch meine Hoffenheim-Cap auf um der Sonne zu trotzen. Auf dem Weg zum Flughafen machten wir noch Stopp am Water Palace, den man aber leider nicht betreten konnte und an einem Tempel.

Indische Hochzeit

Dieses Wochenende hab ich ruhig angehen lassen.
Am Freitag hab ich nen SPAR Supermarkt entdeckt, wo es doch tatsächlich Wurst zu kaufen gibt (100g Salami für ca. 3 Euro). Dort hab ich nen Sandwichmaker ergattert.
Am Samstag Abend gings dann ins “Only Place” zum Steak essen. Besser als jedes Maredo und für nur 5 Euro. Herrlich!
Der Sonntag begann dann mit nem leckeren Brunch im Park Hotel, wo man auch den Pool nutzen konnte um sich zu erquicken.

Am Sonntag Abend war ich dann auf die “Reception” einer indischen Hochzeit eingeladen. Da kann eigentlich jeder kommen und dem Paar seine Aufwartung machen. Es waren ein paar hundert Leute da. Man reiht sich ca. 30 Minuten in eine Schlange ein, um dem Paar Glück zu wünschen und Geschenke zu übergeben. Gruppenweise werden dann auch Fotos gemacht. Parallel hat ein Video-Team das ganze Geschehen dokumentiert. Danach ging’s in den Nebenraum, wo Stände mit Essen aufgebaut waren.

Am Montag Morgen fand dann die eigentliche Hinduzeremonie statt. Es gab rituelle Waschungen, Verzierungen und vieles mehr. Lasst Euch einfach von den Bildern verzaubern!

An den Stränden von Goa

Am letzten Wochenende wollte ich eigentlich in den Norden fliegen und mir mit Daniel (ein Slowake, der hier arbeitet) Jaipur und das Taj Mahal anschauen. Daniel war aber etwas flau im Magen und so beschlossen wir den Trip zu verschieben.

Eric hatte geplant nach Goa zu gehen und dort seinen Kumpel Lucas zu treffen, der momentan in Mumbai arbeitet. Ein Kollege von Lucas der aus Edinburgh kommt aber indische Eltern hat und dessen Bruder und seine Frau, die gerade zu Besuch sind, schlossen sich an.
Da ich keine Lust auf ein langes Wochenende in Bangalore (Karfreitag bis Dienstag nach Ostern) hatte und Goa eh au meinem Plan stand hab ich mich spontan angeschlossen. Also buchten wir einen Flug Samstag morgens um 6 Uhr nach Goa und den Sleeper-Bus am Dienstag Abend zurück.

Natürlich hielt ab Donnerstag wieder mal Montezumas Rache bei mir Einzug. Vollgepumpt mit Medizin, die den Darm stilllegt und mit nüchternem Magen ging’s dann mit Kingfisher Airlines nach Goa.
Der Flughafen hat die Ausmaße von nem mittelgroßen Bahnhofsgebäude und wir sind tatsächlich mit dem Shuttlebus 75m(!) vom Flugzeug zum Gebäude gefahren worden. Dort lauerten natürlich allerlei Taxifahrer wie die Geier um das Geschäft ihres Lebens zu machen.
Zu dem nördlichen Strand, an den wir wollten, kostete es bei einem Vermittler 1.100 Rupien. Die Dame vom Tourismousschalter meinte, außerhalb bekämen wir vielleicht eins für 850 Rupien.
Wir entschlossen uns ob der uns verfügbaren Zeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu nehmen.

Nach einer verwirrenden Suche fanden wir heraus, dass wir uns einfach an die Große Straße vor dem Flughafen stellen sollten. Eine Bushaltestelle gab es keine. Nach ca. 10 min in der schwülen Hitze (morgens um 9 Uhr!) kam dann auch ein Bus vorbei. Einfach einsteigen und los geht’s nach Vasco da Gama, der nächsten Stadt in der Nähe.
Der Bus fährt einfach die Straße entlang und sammelt Leute auf, wer aussteigen will geht zur Tür und der Bus hält irgendwann.
Von Vasco nahmen wir dann den Direktbus nach Panaji. Der Fahrer war wohl Fan des Films “Transporter”, denn so fuhr er auch. Wir überholten alles. Es war zwar nur eine Spur in jede Richtung aber in der Mitte passt so ein Bus ja auch locker durch.
Am Busterminal Panaji - ungefähr 50 Busse waren hier in Action - noch einmal umsteigen nach Mapusa. Man frägt sich einfach nach dem Bus durch, setzt sich rein, wartet max. 10 min und los geht’s.
In Mapusa haben wir versucht einen Roller zu mieten, haben aber leider keine Station gefunden. Also auf zum nächsten Bus Richtung Strand. War wieder so ein Entenköpfer, der auch über allerlei Feldwege fuhr.
Nachdem jeder von uns nur 50 Rupien für die kompletten Fahrten gezahlt hatte standen wir dann in nem kleinen Ort, von dem es zu Fuß noch ca. 30 min zum Strand ging.
Unterwegs hielt Eric nen Rollerfahrer an, der uns beide hintendrauf mitnahm, sodass wir die Hälfte sparen konnte.

Lucas war schon angekommen und hatte ein paar Hütten gefunden. Man hat dort quasi direkt am Strand ne Hütte mit Bett, Ventilator und Fliegennetz und angrenzend ein kleines Bad mit Waschbecken, Toilette und “Dusche” (ein Wasserschlauch). Das kostet pro Nacht und Person dann 150 Rupien (ca. 2,50 Euro).
Davor war ein kleines Restaurant mit Meerblick und Bier für 40 Rupien.
Wir haben den Strand erkundet und waren Baden.

Abends ging ich wegen meiner Magen-Darm-Probleme etwas früher ins Bett. Es wurde die schlimmste Nacht meines Lebens. Der Ventilator lief so langsam, dass sich die warme, sticke Luft kaum bewegte. Mein Bauch grummelte vor sich hin. Und unter dem Moskitonetz waren mehr dieser Viecher als draußen. Ich hab fast kein Auge zu getan. Als Eric und Lucas später kamen und auch nicht schlafen konnten, legten sie sich an den Strand.

Am nächsten Tag wollten die Jungs zu nem großen Baum ne Stunde nördlich und danach zu Fuß durch die Pampa, der wohl ne Art Treffpunkt ist und einer der Englisch-Inder hatte sein Saxophon mit. Ich entschied mich aber aufgrund meiner Verfassung mit nem guten Buch am Strand zu bleiben. Schön im Schatten las ich ein Buch, trank frische Fruchtsäfte und genoss die Ruhe.
Dennoch hatte ich nen Sonnenbrand. Mal wieder.

Abends entschieden wir uns nen belebteren Strand mit adäquater Unterkunft zu suchen.
Unterwegs kauften die anderen sich noch frischen Fisch an nem Stand an der Straße für das Abendessen.
Wir fanden ein Haus ca. 200m vom Strand mit sogar klimatisierten Zimmern für 350 Rupien pro Person und Nacht. Das war’s mir wert!
Abends ging’s dann zu ner Strandbar, wo wir uns den Fisch auf nem Grill zubereiten ließen.
Hinter uns war ne Karaoke-Party und es gab da etliche, die echt gut sangen. Natürlich blieb auch das Saxophon nicht still.
Nebenan war eine Bar mit Billiardtisch und so wurde es ein angenehmer Abend.

Am letzten Abend fuhren Eric und ich mit dem Sleeper-Bus zurück. Man hat ne kleine Koje für zwei Personen, Kühlung bringt der Fahrtwind. Wenn der Bus steht wird’s stickig. Und natürlich standen wir ne Weile, da die Straße durch einen Unfall blockiert war. Ein Bus hatte frontal den Kampf mit einem LKW aufgenommen. Abfahrt ab Panaji um 17:45 Uhr. Ankunft in Bangalore morgens um 10 Uhr. Kurz geduscht und ab in’s Geschäft.

Hier einige Impressionen:

Wochenende in der Stadt

Am Freitag gab es im deutschen Generalkonsulat eine Festlichkeit zur Einweihung der neuen Räume. In der warmen Sommernacht wurde bei leckeren Häppchen und diversen alkoholischen Getränken gefeiert. Das Catering kam vom “Only Place” in dem ich schon brunchen war. Es gab allerlei mediterrane und indische Köstlichkeiten. Neben einigen Deutschen, die hier beispielsweise eine Existenz in der Produktion von Käsekuchen aufbauen, waren auch Inder da die in Deutschland lebten. Es gab sehr interessante Gespräche und am Ende hatte ich wohl auch einen in der Krone.
Das hab ich spätestens am nächsten Morgen gemerkt.
Der Samstag stand dann vollständig im Zeichen der Regeneration: extreme couching!

Am Sonntag wollte ich ursprünglich mit ein paar Leuten ins IVYs brunchen gehen. Daraus wurde leider nichts, da einer noch arbeiten musste und die anderen spontan nen Abteilungsausflug verlängerten.
Ich hatte doch Freitags einige andere Praktikanten kennengelernt bzw. wieder getroffen und die hatten für Sonntag einen Sightseeing-Tour durch Bangalore vor. Da hab ich mich kurzfristig angeschlossen.

Zuerst trafen wir uns im “MTR”, einem indischen (Frühstücks-)Restaurant. Dort gab es leckere Idlis, Masala Dosa uvm. Insgesamt waren wir 11 Personen, darunter aus Taiwan, Süd Korea, Japan, Indien und natürlich Deutschland. Uns standen 4 Roller zur Verfügung und wir brauchten noch ne Rikshaw. Gut gestärkt gingen wir dann in den botanischen Garten Lal Bagh in unmittelbarer Nähe.
Von dort ging es weiter zur “Vidhana Soudha” dem Parlament des Bundesstaats Karnataka. Da man das aber nicht betreten konnte baten wir den Rikshaw Fahrer uns zum Bangalore Palace zu fahren. Er fuhr uns allerdings zu den Palace Grounds und selbst das Argumentieren von unsrer indischen Bekannten half nichts. Wir zahlten ihm letztendlich die geforderten 100 Rupien und mussten noch ca. 2 km zum Palast laufen. Dort waren Vorbereitungen für eine Hochzeit im Gange. Das Paar hatte den Palast zu 60.000 USD pro Tag für ihre Feierlichkeiten gemietet. Dennoch konnten wir eine Führung machen. Übrigens gibt es auf dem Gelände des Palastes auch regelmäßig Rockkonzerte. Iron Maiden hab ich um einen Monat verpasst.
Der Rest der Truppe wollte noch weiter zu nem anderen Park, während ich mich entschlossen hatte zurück zu fahren und unterwegs meine Einkäufe zu erledigen. Glücklicherweise haben hier die Supermärkte auch Sonntags geöffnet.
Jetzt sitz ich hier in der Bude, frisch gestärkt aber mit krebsroter Haut und lasse gemütlich den Sonntag ausklingen.

Hier die Bilder des Tages:

Indische Wäscherei

In Cochin haben wir auch ne traditionelle indische Wäscherei gesehen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Wochenendtrip nach Kerala

Am Donnerstag Abend ging der Nachtzug um 21:45 Uhr ab Bangalore City Station. Ich hatte kein Plan wie lang die Rikshaw dahin braucht und wo das genau ist. Jeder normale Mensch nimmt sich da also n bissl Puffer. Der Andy war wohl allerdings schon von der indischen Gemütlichkeit angesteckt.
Ne starke halbe Stunde vor Abfahrt bin ich aus dem Haus. Ich hatte Glück gleich ne Rikshaw zu erwischen. Der wollte natürlich nicht mit dem Meter fahren sondern vorher nen Preis aushandeln. Ich hab ihm gesagt er bekommt 100 Rupien wenn er nen neuen Rekord aufstellt. Das war auch bitter nötig.
Der Verkehr war grauenhaft. Wir haben uns zwischen Bussen durchgedrückt die von beiden Seiten immer näher auf uns zukamen und letztlich war ich 5 min vor Abfahrt am Zug.
Der Zug war 20-30 Wagen lang.
Joo-Seuk und ich hatten die zweitbeste Kategorie - Schlafwagen mit immerhin Klimaanlage.

Zug

Nach ca. 12 Stunden fahrt und einem erstaunlich guten Schlaf kamen wir dann in Ernakulam, Kerala an.
Aus dem Zug. Brütende Hitze. Soweit nichts Neues. Im Gegensatz zu Bangalore aber auch eine Hohe Luftfeuchtigkeit.
Wir sind dann mit ner Rikshaw zur Fähre. Unser Hotel war in Fort Cochin, einer portugiesisch und niederländische geprägten Stadt am indischen Ozean.

Zimmer

Am ersten Tag haben wir den Ort etwas zu Fuß erkundet bis sich uns ein geschäftiger Rikshawfahrer anbot. Für 50 Rupien würde er uns ne Stunde durch die Gegend fahren und die schönsten Ecken zeigen. Er war uns sympathisch also gingen wir darauf ein.

Am nächsten Tag sind wir dann morgens abgeholt worden und mit nem Kleinbus ne Stunde zu den Backwaters gefahren. Ratet wer den letzten Platz neben nem dicken, schwitzenden (ok, wir ham alle geschwitzt) Inder bekommen hat…. Jackpot!
Die Backwaters sind ein Flussnetzwerk von über 900km Länge. Die Inseln sind teilweise in privater Hand, teilweise wohnen auch über 50.000 Menschen auf einer. Morgens sind wir mit nem großen Boot über die Flüsse und Seen geschippert. Dabei sah man drahtige Fischer, die mit langen Stangen den Grund nach Muscheln abkratzen. Diese konnte man als frisch zubereitetes Fischcurry probieren. Auch frisch gezapften Palmsaft, der nach 6 Stunden zu “Toddy” vergärt konnten wir kaufen und probieren.
Auf dem Boot wurde uns dann noch ein leckeres Mittagessen gereicht.
Nachmittags gings dann mit dem Auto n Stückchen weiter bis zu einer Anlagestelle, wo wir auf Kanus umstiegen und die Nebenarme der Backwaters erkundeten.

Wiener Schnitzel

Letzten Mittwoch hatte Lutz zum Abschied geladen.
Er war ein halbes Jahr bei Bosch in Bangalore.
Wir trafen uns im “Only Place”, einem Restaurant im Herzen der Stadt. Man sitzt außen unter Pavillons und das Beste an diesem Restaurant: es gibt Rind- und Schweinefleisch!
Da mir noch etwas flau im Magen von den vorherigen Tagen war entschied ich mich gegen saftige Steaks und für ein Wiener Schnitzel mit Pommes. Herrlich! Selten ein so gutes Schnitzel gegessen und noch nie eins für 3 Euro. (Schnitzelweck zählen nicht!)

BBQ, Party, Afterparty,…

Von vielen musste ich hören, dass ich ja nichts mehr von mir hören lasse.
Zurecht.

Letztes Wochenende war ich Freitags bei Georg zum Grillen eingeladen. Er ist mit seinem Praktikum fertig und fliegt bald heim. Georg hatte Rindersteaks organisiert und mariniert, es gab Lammspieße, Kartoffeln - also alles was das (deutsche) Herz begehrt. Und es war sehr lecker nach zwei Wochen mal wieder n richtiges Steak zu genießen! Wir beschlossen spontan am Sonntag im Park Hotel brunchen zu gehen und dort auch mal in den Pool zu springen.

Samstag hab ich dann ausgeschlafen und war tagsüber in meinem neuen Appartment. Da hab ich nämlich dann WLAN und kann endlich ins Internet ohne dafür eine Internetcafe aufsuchen zu müssen. Außerdem konnte ich hier mal meine ganze dreckige Wäsche waschen! ;)
Leider hatte ich mein Foto vergessen, sodass ich keine Bilder hochladen konnte. Ich dachte mir, dass kann ich ja auch Sonntags noch machen.
Abends kamen dann noch ein paar Bekannte von Lutz (der arbeitet auch bei Bosch, fliegt aber nächstes Wochenende heim) und wir ham schon ein-zwei Drinks genommen. Die Truppe ging dann weiter zum Feiern in die f-Bar. Ich war aber mit ein paar anderen über nen Mailverteiler schon ins Opus verabredet.
Zu fünft (drei Deutsche, zwei Inder) gings also ab dorthin. Eintritt 620 Rupien, dafür gabs nen Verzehrgutschein über 400 Rupien. Das Opus ist so ne Art Strandbar. Halb offen, überall weiße Kieselsteine und man kann auf Lederbänken knapp über dem Boden sitzen.
Wir hatten alle noch nichts gegessen und so haben wir erstmal unseren Hunger befriedigt.
Es war Saturday Night Fever angesagt und ein DJ legte Musik hauptsächlich aus den 80ern und 90ern auf. Kunal (einer der Inder die mit an Bord waren) hat mir erklärt, dass der DJ wohl in ganz Indien berühmt ist.
Und dann hab ich meinen Augen nicht getraut. Obwohl ja Tanzverbot herrscht war jeder auf den Beinen und es war ne super Stimmung.
Leider gingen um 23:30 Uhr schon wieder die Lichter an. So ein Promotyp hat mir noch n Tequila angeboten, den hab ich natürlich mitgenommen. Danach wollte er 500 Rupien von mir. Wieder was gelernt.

Wir sind zurück zur Bosch Bude, dem “Angel’s Place” gefahren, da nurnoch Kunal und ich Lust auf weitere Party hatten. Ich hab mich dort dann hinten auf sein Moped geschwungen und wir sind zur F-Bar. (Unterwegs sind uns dann fast noch n paar Hunde bellend isn Moped gerannt.)
Die F-Bar hatte natürlich auch schon zu, aber einer aus Lutz Truppe hatte dort nen Inder kennengelernt, der ne Afterparty kannte.
Also rein in den Swift, dann mussten wir erst noch kurz zum Zigaretten holen halten, danach zu nem Typ der Alkohol schwarz aus seiner Haustür verkaufte und dann erstmal noch auf andere Leute warten. Irgendwan waren wir dann nen Konvoi von vier Autos, es waren fast 2h seit ich aus dem Opus kam vergangen und es fiel einem noch ein, dass ihm Sprit fehlt. Also noch kurz zu ner Tanke.
Ich muss ehrlich zugeben, zwischenzeitlich kam mir das ganze schon suspekt vor, aber es waren ja genug andere Deutsche dabei die auch schon länger hier waren.
Nach einer Fahrt in den Außenbezirk der Stadt kamen wir dann an ner großen Mauer an.
Dann öffnete sich für uns ein Tor und wir fuhren vor eine Villa.
Irgendein Inder feierte gerade mitten in der Nacht ne Pool-Party und wir waren plötzlich mittendrin.

Am nächsten Morgen hab ich mich spontan für ne indische 3-Tage-Diät entschieden und dabei viele neue englische Wörter gelernt. Diarrhea heisst Durchfall, Nausea ist Übelkeit, to vomit = sich übergeben und fever kannte ich schon. Das dürfte auch meine Abstinenz hier im Blog erklären.
Nach drei Tagen des Leidens bei hohen Temperaturen im fernen Indien geht’s mir heute glücklicherweise wieder besser.

Am Freitag ist hier ein Feiertag namens “Ugadi” welchen ich mir zunutze mache, indem ich am Donnerstag Abend mit dem Nachtzug nach Kochin fahre und dort werd ich mir dann die Backwaters, ein 900km langes Flussnetzwerk anschauen. Am Sonntag geht’s dann mit dem Flugzeug zurück und Sonntag abend werd ich vorraussichtlich auch in den “Angel’s Place” umziehen.

Bilder

Wie vielleicht manche von Euch entdeckt haben ist es mir endlich gelungen, ein paar Bilder hochzuladen.
Einfach oben auf den Reiter “Bilder” klicken.
Die einzelnen snapshots können durch nen Klick vergrössert werden.